Sonntagsbotschaft zum 25. Januar 2026, dem 3. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A).
Fast ist der erste Monat im neuen Jahr schon zu Ende. Und was hat Weihnachten für die neue Zeit gebracht? Da ist ja eine neue Beziehung zugesagt worden, die Gott in Jesus mit der Menschheit eingeht. Wie soll die jetzt aussehen?
Das beschreibt die Reihe von Abschnitten aus dem Matthäus-Evangelium, die für dieses Jahr vorgesehen ist und mit diesem Sonntag beginnt:
Jesus begann zu verkünden:
Kehrt um!
Denn das Himmelreich ist nahe.
Jetzt erfüllt Gott – so betont das Evangelium – und fängt damit in Galiläa an, was er durch den Propheten Jesaja angekündigt hatte:
Das Volk, das im Dunkel saß,
hat ein helles Licht gesehen;
denen, die im Schattenreich des Todes wohnten,
ist ein Licht erschienen.
Mit Jesus strahlt beim Volk in all seiner Finsternis endlich ein helles Licht auf! Er fängt mit Gottes Herrschaft an, mit dem Reich Gottes, bei Matthäus immer „das Himmelreich“ genannt. „Kehrt um!“, ruft er den Menschen zu. „Denn das Himmelreich ist nahe.“
Wenn der Evangelist dabei auf die alte Verheißung Bezug nimmt, geht er davon aus, dass, wer das liest oder hört, den alten Prophetentext kennt. Auch in unserer Zeit ist er schon an Weihnachten zu hören gewesen und wird an diesem Sonntag als erste Schriftlesung wiederholt:
Das Volk, das in der Finsternis ging,
sah ein helles Licht;
über den Menschen
im Land des Todesschattens
strahlte ein Licht auf.
… Man freute sich
vor deinem Angesicht, …
Denn sein drückendes Joch
und den Stab auf seiner Schulter,
den Stock seines Antreibers
zerbrachst du
wie am Tag von Midian.
(Jesaja 8,23b – 9,3)
Die Unterdrückung, die hier mit „Finsternis“ und „Todesschatten“ zusammengefasst wird, war im Kapitel davor näher beschrieben und verbunden mit der geradezu modern anmutenden Aufforderung
Nennt nicht alles Verschwörung,
was dieses Volk
Verschwörung nennt!
… wovor es erschrickt,
davor sollt ihr nicht erschrecken.
Den HERRN der Heerscharen
sollt ihr heilig halten;
… vor ihm sollt ihr erschrecken.
(Jesaja 8,12-13)
Und dann erinnert Jesaja an ihre verblüffende Erfahrung der Befreiung aus der Unterdrückung durch die Midianiter, als das Volk auf Gott hörte und sich der Führung durch Gideon anvertraute (vgl. Richter 6 bis 8):
Denn wie am Tag von Midian
zerbrachst du das drückende Joch
und den Stab auf seiner Schulter
und den Stock seines Antreibers.
Und so redet und handelt Jesus jetzt öffentlich.
Er heilte …
alle Krankheiten und Leiden.
(Matthäus 4,12-23)
Schritt für Schritt geht er vor beim Ausbreiten von Gottes Reich. Als erste konkrete Schritte erzählt das Evangelium: Er ruft zur Umkehr auf und zwei erste Jünger-Paare beruft er. Sie verstärken, vervielfältigen seine Stimme, sein Wort – und damit auch, was es bewirkt.
Als Jesus am See von Galiläa entlangging,
sah er zwei Brüder,
Simon, genannt Petrus,
und seinen Bruder Andreas;
sie warfen gerade ihr Netz
in den See,
denn sie waren Fischer.
Da sagte er zu ihnen:
Kommt her, mir nach!
Ich werde euch
zu Menschenfischern machen.
Sofort ließen sie ihre Netze liegen
und folgten ihm nach.
Als er weiterging,
sah er zwei andere Brüder,
Jakobus, den Sohn des Zebedäus,
und seinen Bruder Johannes;
sie waren mit ihrem Vater Zebedäus
im Boot
und richteten ihre Netze her.
Er rief sie,
und sogleich verließen sie das Boot
und ihren Vater
und folgten Jesus nach. …
(Matthäus 4, 12-23)
Das Matthäus-Evangelium setzt hier fort:
Und sein Ruf verbreitete sich
in ganz Syrien.
Man brachte alle Kranken
mit den verschiedensten Gebrechen
und Leiden zu ihm,
Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte,
und er heilte sie.
Scharen von Menschen aus Galiläa,
der Dekapolis,
aus Jerusalem und Judäa
und aus dem Gebiet
jenseits des Jordan
folgten ihm nach.
(Matthäus 4,24-25)
So macht er die alte Verheißung wahr, die sich schon beim Propheten in seiner Fortsetzung ausweitet zu einer umfassenden Befreiung des Menschen aus allem Elend.
Dass nun die Menschen sich für die nahegekommene Herrschaft Gottes öffnen und zu ihr hin umkehren, dafür wirbt Jesus beim Volk.
