Blogbeitrag

aus Parabel

Gottes Dilemma der Liebe

4. Dezember 2020

Mit den Augen des Evangeliums gesehen, bemisst sich die Würde des Menschen nicht am Ausmaß, in dem er mit seinem Denken und Tun (und Wollen?) von Gott gesetzten Normen entspricht. Ihre „Heiligkeit“, Unverletzlichkeit, Maßlosigkeit liegt darin, dass Gott mich liebt!

Das ist das Dilemma der Liebe und des Vertrauens: Sie können missbraucht werden. „Realisten“, die dieses Risiko minimieren wollen, müssen das Maß ihrer Liebe und ihres Vertrauens am Ausmaß der jeweils drohenden Gefahr ausrichten. Also an ihrer Angst vor dieser Gefahr. Gottes Liebe aber ist maßlos. Sie lässt Jesus „sogar“ den Judas in seinen Jüngerkreis rufen!

„Furcht gibt es in der Liebe nicht.“ (1 Johannesbrief 4,18)

Das „Risiko“, im Himmel zwischen Hitler und Stalin zu sitzen, … „Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (der euch das ggf. zumutet), der eben auch durch größte Schuld eines Menschen seine Liebe zu ihm nicht mindert!

Aber Gott kann doch nicht den verbrecherischen Kinderschänder unvermindert lieben, achten und ehren!!!

Aber er sorgt sogar für den Schutz des Brudermörders Kain: Wehe, einer tut ihm was an! (Genesis 4,15)

Gottes Liebe erträgt alles! (1 Korinther 13) Wenn auch mit Magengrimmen und Herzinfarkt. Mit diesem Dilemma muss und will Gott offensichtlich leben. Wir eher nicht.

Da setzt Jesus Gottes eigenen vollendenden Neuanfang: Der Ankläger ist gestürzt! (Offenbarung 12,10) Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? (Römer 8,33)

(aus Urlaubsnotizen Sommer 2020)

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Rainer Petrak