Blogbeitrag

Karfreitag und Karsamstag – Impressionen

18. April 2011

Am Karfreitag ist so viel die Rede von Sünde und Schuld und Sühne. Ich aber wollte in erster Linie danken und anbeten, verehren. Wie alle Jahre, so auch Karfreitag 2005. Kreuz-„Verehrung“ fand für meine Wahrnehmung nur rituell statt. Eine Atmosphäre der Verehrung habe ich nicht vorgefunden; es ging ziemlich düster und freudlos zu. Und die beiden (sehr jungen) Jugendlichen, die das Kreuz zur Verehrung dargeboten haben, haben selber verlegen gegrinst. Das war für mich hinderlich: Mir wurde in Frage gestellt, dass das eine ernst gemeinte Angelegenheit ist, der ich mich da anvertraue. Eigentlich hätte ich auch gerne das Kreuz geküsst (wie es ja ausdrücklich als eine Möglichkeit angeregt worden war). Aber dafür war es zu weit weg: die abgelegten Blumen bildeten eine Barriere, hinter der mit Abstand die Jugendlichen mit dem Kreuz standen.

Angesichts dieses Arrangements konnte ich die Jahre hindurch immer wieder gut anbeten und verehren.

„Am Karsamstag verweilt die Kirche am Grab des Herrn und betrachtet sein Leiden und seinen Tod.“ So beschreibt das Messbuch – wie ich finde, sehr schön – die Bedeutung dieses Tages. Leider sieht die Realität meistens anders aus: Am Karsamstag meidet die Kirche das Grab des Herrn und betrachtet – wie alle Welt – die Shopping-Angebote in den Einkaufszentren.

Ein eigenartig wohltuender Ort, „am Grab des Herrn zu verweilen und …“

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Rainer Petrak