Blogbeitrag

Klaus Greef über die Fechenheimer Herz-Jesu-Gemeinde (2001)

13. Februar 2015

Am 2.9.2001, anlässlich des Jubiläums von 25 gemeinsamen Jahren der Gemeinde mit Rainer Petrak als Pfarrer, sagte in seiner Predigt der frühere Frankfurter Stadtdekan Klaus Greef:

… Herz Jesu, nach dem Sie sich … als Gemeinde benennen. Der Gottessohn Jesus Christus war auch ein ganzer Mensch, ein Mensch mit einem organisch-menschlichen Herzen, …. er hatte auch im übertragenen Sinn ein „Herz“: herzliche Liebe zu Gott, seinem Vater, und herzliche Liebe zu den Menschen. Diese Wirklichkeit der Liebe Gottes, die uns Menschen ja oft verhüllt erscheint, wurde nun offenbar im Leben Jesu, vor allem aber in seinem Sterben. … Durch das Herz Jesu wird offenbar, wie Gott eigentlich ist: unendliche Liebe, grenzenlose Liebe …

… ist ja auf Ihren Kirchenfenstern auch ein Netzwerk dargestellt, ein Netzwerk, das von Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen ausgeht.

Christus möchte eben auch Sie als Gemeinde, als geschwisterliche Gemeinde immer mehr vernetzen. Er begegnet Ihnen hier im Gotteshaus in seinem Wort, in den Sakramenten, damit Sie immer mehr zur Einheit zusammenwachsen – eben im Heiligen Geist der Liebe, und damit auch Sie dann selbst stets von neuem Netze auswerfen und die Liebe Gottes weiterschenken …

… kann ich … feststellen, dass Ihnen … in dieser Hinsicht viel Gutes gelungen ist – und zwar, so möchte ich sagen, in der Liebe des Herzens Jesu, dessen Impulse Sie hier vom Altar immer wieder empfangen …

… Wir müssen durch unser Tun, eben in der Kraft der Liebe Christi schon jetzt etwas in diese Welt einstiften, was uns einst in Fülle, in Vollendung am Ende der Tage durch Gott geschenkt wird.

Und wie wird diese Lebensfülle dann einmal aussehen? Die Bibel verheißt uns, dass zu dieser endzeitlichen Menschheit alle Menschen gehören werden: alle Rassen, alle Klassen, Arme und Reiche, Alte und Junge. Am Ende wird es eine in Gott versöhnte Menschheit geben. Und Jesus ging es eigentlich schon darum, schon jetzt Spuren und Zeichen dieser einst vollendeten Welt zu leben – in seinem Wunder-Wirken, in seiner Zuwendung zu den Kranken, zu den gesellschaftlich Deklassierten, zu Fremden, zu Behinderten, und nicht zuletzt durch die Art und Weise, wie er mit den Menschen Mahl hielt. Besonders die Armen und Schwachen waren ja von ihm erwünscht. Im heutigen Evangelium, das wir gehört haben, mahnt er ja seinen reichen Gastgeber, besonders die Armen, die Lahmen und die Blinden einzuladen.

Liebe Gemeinde, ich glaube, Ihnen bestätigen zu können, dass Sie zusammen mit Ihrem Pfarrer in unserer Zeit eine gastfreundliche Gemeinde sind – so wie sie Jesus sich eigentlich vorstellt. Sie sind als Gemeinde nicht nur eine Mahlgemeinschaft …, zu der nur die Freunde, die wohlhabenden Nachbarn eingeladen sind, sondern Ihre Gäste sind ja auch zum Beispiel die Wohnsitzlosen, die Asylanten. Ihre Zuwendung gilt auch den sozial Schwachen, den Menschen ohne Arbeit, den alten Menschen, natürlich auch den jungen Menschen. Durch Ihr Tun geben Sie mir, glaube ich, Recht, wenn ich die Behauptung aufstelle: Wenn wir das himmlische Jerusalem allein im Gottesdienst feiern würden, ohne dass wir auch durch eine engagierte Diakonie versuchen würden, schon dieses himmlische Jerusalem wenigstens anfanghaft vorzubereiten, dann würden wir uns als Christen einer gewaltigen Häresie schuldig machen. Wir können keine Liturgie feiern, ohne dass diese zugleich eine Quelle für einen intensiven diakonischen und caritativen Einsatz wäre. …

Hier können Sie meinen Beitrag weiter empfehlen:

Rainer Petrak