Blogbeitrag

Mit Gott und mit Buttermilch in den Tannheimer Bergen

31. Juli 2017

Sportlich-spirituell-spaßiges Urlaubstagebuch eines Rentners

von Rainer Petrak im Juli 2017

Ein harmloser Spaziergang. So, meinte ich, fange ich mein Wandern in den Bergen ums Tannheimer Tal an. Sonntag Mittag ging ich los. Langsam. Die Blumenwiesen und das viele Grün genoss ich. Aktivitäten und Themen und die Gedanken um all das hatte ich einigermaßen hinter mir gelassen. Der Kopf war frei. Was sich dann darin vagabundierend breit machte, hatte alles irgendwie mit „Zeit“ zu tun. Das fiel mir schon auf. „Ich habe endlich Zeit, viel Zeit.“ – „Viel? Zeit kann man doch nicht messen! Messen kann man nur ein Vielfaches von Atemzügen, von Herzschlägen, Hell-Dunkel-Folgen, Sommer-Winter-Zyklen, Mondlaufzyklen, …“ Redewendungen, die durch mein Bewusstsein schwirrten, habe ich zerpflückt: „sich Zeit nehmen“, „etwas oder jemand nimmt mir Zeit“. Von „Zeit-Räubern“ hatte ich gehört und „Je älter ich werde, um so schneller vergeht die Zeit.“ Zeit habe keine Realität in sich, sondern sei nur eine Anschauungs-Kategorie des Menschen, die er zur Orientierung in der Welt brauche, … Zeitstrukturen, Rhythmen … Ich ahnte viele Fragen. Jedenfalls hatte ich Zeit. Urlaub.

Auf dem Höhenweg oberhalb  Schmieden, dann weiter bis zur Straße und dann wieder durch den Wald gingen Füße, Augen und meine Gedanken bis zum Ende des Weges im Nirwana des Felsabbruchs. Dann an der Ostseite des Vilsalpsees entlang, mit wiederholtem sehnsüchtigem Blick zum prägnanten Gipfel des Geißhorn (den ich wohl doch nicht erklimmen werde), lockte mich die Buttermilch-Rast in der Almhütte hinterm See.

Ich gehorchte dem Wegweiser zum Wasserfall Bergaicht. Wie weit hinauf kann ich gehen? Jedenfalls war das kein Spaziergang mehr, sondern ich kletterte, teilweise auf allen Vieren, weit nach oben. Ein so schöner Blick! Aber die Geröllstrecke war sehr steil. Mit wackelnden Knien und froh (ohne Verletzungen!) gelangte ich wieder auf den Weg. Noch eine Buttermilch-Rast in der Almhütte hinterm See musste dann einfach sein.

Am Montag, dem Tag danach, fuhr ich früh mit der Gondelbahn zum Neunerköpfle. In gemächlichem Tempo ging ich meinen Weg – immer wieder mit dem Blick auf die andere Vilsalpseite zum Geißhorn – bis zur Weggabelung: Entweder ich gehe jetzt weiter über die Strindenscharte in Richtung Landsberger Hütte. Oder über das Strindental hinunter zum Haldensee. Ich entschied mich – in der Anfangsphase meines Wanderurlaubs – doch lieber für den Weg durchs Strindental – mit Rastpausen (und der erhofften frischen Buttermilch!) in der Oberen Strindenalpe und dann in der Edenbachalpe.

Während ich eigentlich mit dem Weg und seinen Schönheiten beschäftigt war, ging es mir durch den Kopf: Auf Gottes Welt bezogen, in der ich lebe, ist das hier nicht – wie sonst häufig – seine „Werkstatt“ und auch nicht sein „Medienstudio“. Hier bin ich auch nicht, wie sonst allzu oft, eingebunden in seine Kampfarena. Hier gehe ich einfach hin und her, auf und ab in einem Seiner schönsten Wohnzimmer: mit grünem Teppichboden samt bunter Blütentupfer und himmelblauer Decke, mit prächtigen Wand-Gemälden – immer wieder angerührt von einer Musik aus Vogelpfeifen und Glockenspielen mit gelegentlichen Hornstößen und Summ-Chören. Verschiedenste Düfte erreichen mich und Anregungen zur Herzgymnastik oder zum Herzerfreuen. Ein Kultur- und Wellness-Programm eigener Art, manchmal mit der Möglichkeit, die in der Luft liegende Herzlichkeit mit anderen Gästen zu teilen. …

Zum Glück wählte ich nicht die „Abkürzung“, sondern blieb auf dem Seefelder Höhenweg. Denn das linke Knie regte sich am Ende schmerzhaft; die Wanderstöcke wurden zur willkommenen Entlastung.

Am Dienstag ließ ich es erholsam angehen. Mein Spaziergang, etwa 2 ½ Stunden, war ausgiebig und lustvoll ein Rundweg durchs Tal. An der Lourdes-Grotte – weniger wegen Lourdes als eher wegen der schönen Lage der Kapelle – legte ich Pause ein. Mit Hilfe der Stundengebet-App verfolgte ich auf meinem Smartphone die Lesehore des Tages. In aller Ruhe. Mir wurde bewusst: Damals, als Ute noch lebte, war ich gerne einfach gleichzeitig mit ihr im Wohnzimmer. Jeder von uns mag mit irgendetwas beschäftigt gewesen sein oder auch nicht. Aber mit ihr im selben Raum zu sein, das war genug. War „Erfüllung“? So erlebe ich das jetzt mit „Dir“, mein Herr und mein Gott (so nenne ich Ihn ja gerne): In diesem deinem Wohnzimmer, einem deiner schönsten, bin ich gemeinsam mit dir. Ganz und gar im Jetzt, ohne etwas zu tun. Dieses „Gefühl“, diese Vorstellung, dieses Bewusstsein habe ich damals wohl „gelernt“, eingeübt, erlebt … – Seltsam, dabei habe ich heute zum ersten Mal zu Gott gesagt „deine Ute“: … du hast mir damals deine Ute geschickt … So was wie ein „Sakrament“? Und zu der Vorstellung „im Jetzt einfach da sein, (angeblich) nichts tun, aber doch spazieren gehen“: Diese innere Einstellung, mich zu bewegen, ohne an einem Ziel orientiert zu sein, lässt mich inne werden: „Sein“ heißt doch nicht bewegungslos sein! Wenn ich einfach da bin, auch wenn „ich“ mich nicht bewege, „nichts tue“, bewegt sich permanent mein Herz, meine Lunge – das bin doch „ich“! Nur meine Beine bewegen sich dann nicht und wohl auch nicht meine Hände – zugleich kann ich innerlich sehr bewegt sein, also „mich“ bewegen! – Zweige schießen in den Himmel – wohin?

Mittwoch. Beschaulicher Spaziergang über den Waldweg zum Vilsalpsee. Räucherforelle!

Rückweg langsam über die Straße mit Rast auf einer Bank. Mit dem Bewusstsein: Ich bin „angekommen“ – bei mir und bei dir, mein Herr und mein Gott.

In der Nacht zum Donnerstag war ich mit Drehschwindel aufgewacht. Als ich morgens aufstand, fühlte ich mich schwach und immer noch mit leichtem Schwindel. Die Wettervorhersage kündigte für ab 14 Uhr Gewitter an. Also wollte ich bis da hin das schöne Wetter nutzen. So fuhr ich nach Frühstück und ausgiebigem Morgengebet um etwa 10 Uhr mit dem Auto nach Nesselwängle und von dort mit dem Sessellift nach oben. Langsam ging ich über die Krinnenalpe und die Nesselwängler Edenbachalpe zur Gräner Ödenalpe. Schön war für mich, das Strindental einmal von der anderen Seite her im Überblick zu erleben.

Auf dem Rückweg halb um die Krinnenspitze herum fühlte ich mich nicht gut in Form. Schwäche und Schwindel beunruhigten mich weiter. Da dimmte der Herr des Hauses in einem seiner schönsten Wohnzimmer das Tageslicht ein wenig dunkler. Er befeuchtete die Luft und blies mir seinen erfrischenden Atem ins Gesicht. Weil ich das dann des Guten doch ein wenig viel fand, zog ich meine leichte bunte Regenjacke an, die ich zum letzten Mal beim Segeln getragen hatte, und benutzte zum ersten Mal den integrierten Regenschutz meines Rucksacks. Die Dusche steuerte auf ihren Höhepunkt zu, als ich mich für die 10minütige Talabfahrt in den Sessellift setzte. Den Rucksack stellte ich vor mich, um den Regen von der Hose fern zu halten. Ansonsten hielt ich mich mit Lachen bei Laune. Viermal donnerte es kräftig. „Wenn es blitzt, halten wir den Lift an“, hatte der Mann an der Talstation gesagt, als ich am Morgen hinauf fuhr. Aber doch wohl nicht, wenn ich noch unterwegs drauf sitze, hoffte ich jetzt. Plötzlich merkte ich, dass es zwischen meinen Schenkeln nass wurde. Die Verstrebung, neben der links und rechts meine Beine heraus hingen, hatte in den Regenschutz einen Graben geformt, der das gesammelte Regenwasser von der Oberfläche meines Rucksacks in der Mitte nach unten abführte, nämlich auf die nach hinten geneigte Sitzfläche. Angesichts der engen Platzverhältnisse und damit nichts hinunter fiel, sah ich nur die Möglichkeit, mich gelegentlich etwas anzuheben, damit das Wasser nach hinten ablief. „Das ist ja geradezu vergnügungssteuerpflichtig“, meinte ich zu dem Wart, der mir beim Absteigen half. Gut, dass ich auch ein Handtuch im Rucksack hatte, das ich dann im Auto auf meinen Sitz legen konnte. In der Ferienwohnung angekommen, erwartete mich eine etwas andere Dusche und von meiner Vermieterin ein leckeres Stück Kuchen, das ich – inzwischen in trockenen Tüchern und mit durchaus körperlichem Wohlgefühl – zu einem „Haferl“ Kaffee genoss.

Der nächste Tag (Freitag) führte mich erst einmal hinauf zum Füssener Jöchle. Auf meinem Weg quer durch eines der schön-sten von Gottes Wohnzimmern hatte ich erst gar nicht bemerkt, dass ich unversehens in der Garküche angekommen sein musste. Die Temperatur stieg dauerhaft an und die Tendenz, mich zu garen, war unverkennbar. Zwei Stunden bei einem Puls um 135 waren dann genug. In ziemlich mürbem Zustand kam ich oben an. Die halbstündige Rast bei einem alkoholfreien Weizen an der Sonnenalm-Hütte brachte mir nicht nur eine wunderbare Aussicht, sondern auch neue Kräfte. Um mich von gestern zu erholen, hatte ich vor, da oben ein wenig spazieren zu gehen. Ich entschied mich für die Richtung „dem Kamm entlang“, wie meine Erinnerung von vor zwei Jahren mir den Weg zur Kissinger Hütte und zum Aggenstein vor Augen hielt. Nur so weit wollte ich gehen, wie die Lust mich tragen würde. Die letzte Talfahrt der Gondelbahn um 16.30 Uhr war ja noch weit weg und ich hatte viel Zeit. Also ließ ich es langsam angehen. Viele andere, junge und alte, teilten mit mir den Weg und die Freude an der wunderschönen Sicht. Erste Wolken konnten das nicht trüben.

Der „Kamm“ erwies sich als Auf und Ab – mit einem Blick mal ins Tannheimer Tal, mal weit ins Bayrische hinein über drei Seen hinweg. Er ging über einen wellig ausgelegten grünen Teppichboden zwischen Felswänden und verstreuten Kuhherden. Immer wieder war Klettern angesagt, weil Regengüsse den Wegbelag weggespült und den schroffen Felsen freigelegt hatten. Da die Zahl der Menschen abnahm, die mir begegneten, wurden die lachenden Begrüßungsworte ausführlicher. Eigentlich wusste ich ja um den Höhenunterschied zwischen den verschiedenen Ebenen in diesem einen der schönsten von Gottes Wohnzimmern, war aber dann doch verblüfft über den Energiebedarf, sie so an einem Stück zu überwinden. Mühsame Wegabschnitte wechselten sich ab mit Strecken, auf denen ich ausschreiten konnte. Also dachte ich erst spät an ein Umkehren. Die Wolken wurden immer dunkler und größer. Mein Sonnenhut verschwand im Rucksack. Erstes Donnern veranlasste mich schließlich, doch mal meine Situation einzuschätzen. Noch eine halbe Stunde bis zur Kissinger Hütte – das schien mir das Sicherste. Es wurde ziemlich mühsam. Ich brauchte jetzt dringend einen sicheren Schutz. Und wenn ich eine halbe Stunde auf der Kissinger Hütte bliebe, dann hätte ich bei 1 ½ Stunden Rückweg zur Bergstation der Gondelbahn immer noch eine halbe Stunde Spielraum bis zur letzten Talfahrt. Und wer weiß, zur Not könnte ich bestimmt in der Hütte auch übernachten. Letzte Kraft reichte für die Stufen bis zur Terrasse. Die Gespräche der wenigen anderen Gäste gingen über Bleiben oder Rückweg. Prächtige Blitze zuckten zwischen den Bergen und den schwarzen Wolken, die meisten in der Gegend ums Füssener Jöchle. Personal begann, lose Gegenstände auf der Terrasse zu sichern. Nach einer halben Stunde fasste ich mir ein Herz. „Jetzt zum Füssener Jöchle zurück gehen? Das sollten Sie nicht. Wenn Sie jetzt unbedingt gehen wollen, nehmen Sie besser den Weg von der Sebenalpe hinunter nach Grän.“

Dem Hüttenwirt dankte ich für seinen guten Tipp. Den Weg von der Sebenalpe abwärts mit weitem Umweg bis zu meinem Auto kannte ich. Vor zwei Jahren bekam ich da große Schwierigkeiten im linken Knie, die mir den letzten Humor genommen hatten. Also erst einmal den Weg zurück bis zur Sebenalpe! Eine Gruppe von Wanderern kam mir entgegen. „Ganz schön mutig“, meinte ich zu ihnen. „Ja, wir bleiben aber über Nacht auf der Hütte.“ Im Weitergehen noch neidisch auf ihre Sorglosigkeit, bemerkte ich die ersten Regentropfen. Noch war ich im Zeitplan für die Gondelbahn. Wenn es auch bis dort hin noch ziemlich weit war. Meine Kraftreserven, wie ich sie einschätzte, ließen mich nicht verzagen. „Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen.“ Dieser Psalmvers kam mir in den Sinn. Zugleich wusste ich: Missbrauchen darf und will ich das aber auch nicht. Beschwörungen helfen nicht gegen Verantwortungslosigkeit. Ich hatte mich bei meinem Wagnis schon ziemlich der Grenze meiner Verantwortung angenähert. Schließlich erreichte die empfohlene Abzweigung. Den Regenschutz hatte ich nach kurzem, leichtem Schauer wieder weggepackt, zumal beim Aufstieg auf einer Lichtung die Sonne mich bereits wieder veranlasst hatte, einem Hitzestau zuvorzukommen. Schon an der Hütte hatte ich mir gesagt, ein Gewitter bleibt doch nicht über eine Stunde an der selben Stelle. In der Tat, es war samt seinem Gewölk ins Bayrische abgezogen. Meine Entscheidung war klar. Der weitere Weg zog sich in die Länge. Zunehmend geriet ich in diesem einen der schönsten von Gottes Wohnzimmern in die Ecke der Nur-noch-Ich-Bezogenheit. Auch möglicherweise lohnendste Motive konnten mich nicht mehr zum Fotografieren verlocken. Meine Aufmerksamkeit galt nur noch den nächsten Wegmetern vor mir und wie ich einen angemessenen Energiesparmodus einhalten konnte. Ähnlich einer Fata Morgana schien mir immer wieder die nächste Biegung aufwärts die letzte zu sein, bevor es wieder abwärts ginge. Mein Puls stieg bis auf 100% meiner maximalen Herzfrequenz. Endlich sah ich dort unten sehr real die Bergstation der Gondelbahn. In diesem Augenblick bemerkte ich, dass die Sohle eines meiner altbewährten Wanderschuhe nach hinten klappte. Bei jedem Schritt musste ich also auf dem Weg abwärts erst den Fuß nach vorne schleudern. Um so wichtiger, die letzte Talfahrt in 20 Minuten nicht zu verpassen! Und ich hätte so gerne vorher noch in der Sonnenalphütte eine frische Buttermilch getrunken. So schnell ich konnte, ging ich weiter. Als dann die Sohle ganz weg flog, wunderte ich mich, dass ich nur wenig von dem Schotterweg an meinen Fußsohlen spürte. Drei Minuten vor der Zeit kam ich an. Erster Donner war wieder zu hören und einige Tropfen fielen. „Wie pünktlich halten Sie denn die letzte Talfahrt ein?“ „Sehr pünktlich“, blies der Bahnwärter meine Hoffnung auf eine Buttermilch fort. Kaputt, aber glücklich setzte ich mich in die Gondel. ER hatte es doch gefügt!

Der Samstag – kein Wunder – war der Erholung und Selbstversorgung gewidmet. „Hafentag“ nannten wir das früher beim Segeln.

Sonntag gab es den ganzen Tag nur trübes Wetter. Die Wolken sanken immer tiefer. Das Thermometer stieg wohl nicht über 14°C. Für einen Juli-Tag selbst in einem alpinen Hochtal einfach zu kalt. Auch meine Stimmung blieb durchgängig trübe und kühl.

Das erste Teilziel auf meiner Talwanderung, der Höfer-See, brachte mir nur eine gemäßigte Aufhellung, vor allem die vier oder fünf winzigen, aber würzigen Walderdbeeren. Aber insgesamt wurde mir die Wanderung doch eher lästig, zumal sich der letzte Teil des Rückweges ziemlich in die Länge zog. Ja, mäßig fühlte sich mir alles an. Kein Wunder, endlich wieder in meiner Ferienwohnung, legte ich mich erst mal schlafen. Nach langer Zeit wieder wach, hätte ich immer noch liegen bleiben können.

Irgendwann, nachdem ich unlustig und unschlüssig die Zeit vergehen sah, ergab sich etwas – sozusagen ohne mein Zutun: Endlich  machte ich die Balkontür zu, zog mir lange Hose und Pullover an und schenkte mir einen Marillenschnaps ein. Die Perspektive eines Abendessens nahm Gestalt an: Ich würde mit einem warmen Süppchen anfangen. Und nach Röstkartoffeln mit Leberkäs und Spiegelei gäbe es noch ein selbst zubereitetes süßes Joghurt-Dessert. Ich wusste, dazu hatte ich im Kühlschrank einen schönen trockenen Weißwein.

Oh: 18 Uhr! Ja, jetzt eine richtige Vesper singen! Diese Idee führte mich zum Höhepunkt des Tages. Egal, ob andere Leute im Haus es hören würden, das musste jetzt sein. Zwar mit gedämpfter Stimme – passend zum „Moderaten“ des Tages, aber in eine neue Art meiner Präsenz integriert. Mein Blick weitete sich hin zur wunderbaren Qualität des Lebens. Wo in diesem einen von Gottes schönsten Wohnzimmern war ich angekommen? „Ihr seid hinzugetreten“, verblüffte mich die sonntägliche Kurzlesung aus dem Hebräerbrief mit ihrem Bild von Berg und Stadt, also viel mehr als einem noch so weiten Wohnzimmer: „… zu einer festlichen Versammlung, … zum himmlischen Jerusalem …, zum Berg Zion …“ Ja, Fest und Berge! Meine Lebensgeister kamen wieder in Bewegung, angeregt durch Impulse für die kommenden Tage.

Ähnlich erzähle ich von meinen Verbindungen zwischen konkretem Alltag und meiner Beziehung zu Gott in meinem Buch „Mit den Psalmen lebt sich‘s anders“ – weitere Infos unter “die Bücher” →

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Rainer Petrak