Blogbeitrag

Sonntagstraum (Text)

6. April 2014

angesichts von immer mehr verkaufsoffenen Sonntagen

(im Sinne der Allianz für den freien Sonntag)
von Rainer Petrak, 2.4.2014

Ich träume von einer Welt, in der …

… die alleinerziehende Kassiererin
so viel Lohn kriegt,
dass sie auf den Zuschlag für Sonntagsarbeit
nicht angewiesen ist;

… gestressten Familien
für die gemeinsame Zeit noch so viel Fantasie und Energie bleibt,
dass sie auf ein sonntägliches shopping-event im Einkaufszentrum
nicht angewiesen sind;

… auch kleine Geschäfte
dank wirksamer Regeln zum Sonntagsschutz
so weit konkurrenzfähig bleiben,
dass sie nicht auf Sonntagsarbeit angewiesen sind;

… jeder Mensch
– wenigstens am Sonntag – mal fünfe grade sein lassen darf,
statt sich und seine Gesundheit
durch Nur-noch-arbeiten kaputt zu machen;

… Sportvereine, Kirchengemeinden und Freundeskreise
die Chance zum Zusammenkommen haben,
ohne dass Sonntagsarbeit ihre Mitglieder daran hindert;

… Menschen, die etwas beitragen wollen
zur Gestaltung unserer Gesellschaft,
nicht durch Sonntagsarbeit möglicher Weggefährten
davon abgehalten werden;

… angebliche Experten
nicht behaupten,
es sei eine persönliche freie Entscheidung,
ob jemand am Sonntag arbeitet;

… Sonntagsarbeit
nicht zum Normalfall wird,
sondern die Ausnahme bleibt;

… Kommunalverwaltungen
sich in puncto Sonntagsschutz mehr an Recht und Gesetz halten
als an das Durchsetzungsvermögen finanzkräftiger Unternehmen;

… Landesparlamente
sich in puncto Sonntagsschutz mehr an die Verfassung halten
als an die Machtansprüche der Lobby;

… die Welt
dankbar und verantwortungsbewusst fest hält
am bewährten sozialen Kulturgut des Sonntags
als dem gemeinsamen freien Wochentag;

… die Christengemeinden
mindestens am Sonntag zuverlässig ein Ort sind,
wo Menschen aufatmen und das Leben feiern können;

… die Menschen
am Tag nach dem Samstag sagen können:
endlich Sonntag!

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Rainer Petrak