Blogbeitrag

Armut ohne Arbeit (1999 Tan-Tan)

Chance in der Krise

23. November 2020

Bricht alles zusammen? Geht meine Welt jetzt unter? Oder werde ich bestehen?

Beim einen Menschen ist es der schwere Unfall, der ein Weiterarbeiten im finanziell lukrativen und zur Lebenserfüllung gewordenen Beruf unmöglich macht, – was dann die Schuldenfalle öffnet und zur Aufgabe des Hauses zwingt, – das allerdings für die Partnerin wichtiger Lebensmittelpunkt ist, so dass daran die Partnerschaft zerbricht.

Bei einer anderen Person ist es die entsetzliche Entdeckung, dass der Partner, mit dem sie vertrauensvoll und in Freundschaft große Pläne geschmiedet und auf einen erfolgreichen Weg gebracht hatte, sie die ganze Zeit nach Strich und Faden betrogen hat, …

Nicht nur für junge Menschen ist es oft eine Prüfungssituation: Abitur, Führerschein, Abschluss der Berufsausbildung, … Jugendliche (15 und 16 Jahre alt) haben als Lernkontrolle nach einer Lerneinheit zum Thema „Glauben – wie geht das?“ auf die Frage „Woran glaube ich angesichts einer bevorstehenden Mathematik-Arbeit?“ geantwortet:

In der Mathe-Arbeit glaube ich an

  • mein gutes Gedächtnis
  • meine Fähigkeit zum Durchblick
  • mein Können
  • meine Bemühungen, vorher zu üben
  • den letzten Augenblick vor Beginn der Stunde
  • den Nachbarn
  • mein logisches Denkvermögen
  • die Zukunft, und die hat mit der Note, die ich auf diese Arbeit bekomme, nichts zu tun.

Wer gerade nicht betroffen ist von irgendeiner bedrohlichen Situation mit hohem Stellenwert oder wer mit seinem Naturell allgemein eher gelassen reagiert, mag dieses Beispiel als harmlos empfinden. Aber es macht eine grundsätzliche Frage deutlich:

Welche Einstellung bestimmt meine Art, einem drohenden Untergang zu begegnen? Panische Angst? Sie wird mich desorientieren und meine Kräfte lähmen. Untergang ist vorprogrammiert.

Oder prägt mich dann ein Energien freisetzendes Urvertrauen? Unvorhergesehene Chancen werde ich dann nicht versäumen.

Ob mich die eine oder die andere Einstellung beherrscht, hängt von vielen Faktoren ab: Lebensgeschichte, Gewohnheiten, Selbstbewusstsein, Mich-getragen-wissen, … Davon hängt meine Perspektive ab, aus der ich die katastrophale Lebenslage angehe.

Jesus sagt dazu: „Wenn ihr all das seht, dann richtet euch auf und erhebt euer Haupt, denn es naht die Erlösung!“ (Lukas 21,28)

(aus dem Buch „Den Retter-Gott ranlassen. Damit Leben gelingt“, S. 83 f)

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Rainer Petrak