Blogbeitrag

Monstera Deliciosa

Das Vermögen der Christen

9. November 2020

Am Ende eines Kirchenjahres, bevor mit dem Advent ein neues anfängt, haben viele Menschen in den Sonntags-Gottesdiensten ein Problem mit den Texten, die da aus der Bibel verkündet werden. Sie hören drohende Botschaften, auf die sie dann auch noch mit „Dank sei Gott!“ und mit „Lob sei dir, Christus!“ antworten sollen: Wer nicht mit den Geboten konform lebt, wird bestraft und ausgeschlossen. Viele haben es so gelernt und hören das deswegen so. Als ob das die Botschaft der Bibel wäre – das „Evangelium“ (= die froh machende Botschaft)! Da hilft nur eines: selber einmal richtig hinhören!

Als Hilfsmittel regt die Kirche an, an diesem Sonntag einen Unterschied zu machen zwischen einer „Kurzfassung“ und einer „Langfassung“ des Evangeliums. Dabei verschleiert diese Unterscheidung hinsichtlich der Länge den viel gewichtigeren Unterschied in der inhaltlichen Aussagerichtung beider Versionen.

Worum geht es? – Hier zunächst ein paar Bemerkungen zum Hintergrund und zum Zusammenhang:

33. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr A (am 15. November 2020)

Das Vermögen der Christen

Jesus und seine Leute sind in Jerusalem angekommen. Jetzt geht’s zur Sache ...

Evangelium – Matthäus 25,14-30:
Was in der Kurzfassung ausgelassen ist, wird hier eingerückt dargestellt.

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging:
Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an.
Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.

Sofort begann der Diener,
der fünf Talente erhalten hatte,
mit ihnen zu wirtschaften,
und er gewann noch fünf dazu.
Ebenso gewann der,
der zwei erhalten hatte,
noch zwei dazu.
Der aber,
der das eine Talent erhalten hatte,
ging und grub ein Loch in die Erde
und versteckte das Geld seines Herrn.

Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte:
Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazu gewonnen.
Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener.
Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen.
Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

Dann kam der Diener,
der zwei Talente erhalten hatte,
und sagte:
Herr, du hast mir zwei Talente gegeben;
sieh her, ich habe noch zwei dazu gewonnen.
Sein Herr sagte zu ihm:
Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener.
Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen,
ich will dir eine große Aufgabe übertragen.
Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!
Zuletzt kam auch der Diener,
der das eine Talent erhalten hatte,
und sagte:
Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist;
du erntest, wo du nicht gesät hast,
und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
weil ich Angst hatte,
habe ich dein Geld in der Erde versteckt.
Hier hast du es wieder.
Sein Herr antwortete ihm:
Du bist ein schlechter und fauler Diener!
Du hast doch gewusst,
dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe,
und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.
Hättest du mein Geld wenigstens
auf die Bank gebracht,
dann hätte ich es bei meiner Rückkehr
mit Zinsen zurückerhalten.
Darum nehmt ihm das Talent weg
und gebt es dem, der die zehn Talente hat!
Denn wer hat, dem wird gegeben,
und er wird im Überfluss haben;
wer aber nicht hat,
dem wird auch noch weggenommen,
was er hat.
Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus
in die äußerste Finsternis!
Dort wird er heulen
und mit den Zähnen knirschen.

In diesem Gleichnis greift Jesus als Bild etwas auf, was allen vertraut ist:

In diesem Gleichnis greift Jesus als Bild etwas auf, was allen vertraut ist: …

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