Blogbeitrag

Licht

glauben – durch die Lust

15. August 2014

Wie kommt es, dass ich an Christus glaube?
Was zieht mich da an?

„Einen jeden zieht seine Lust hin“,
nicht der Zwang, sondern die Lust,
nicht die Pflicht, sondern die Freude …

So ahnt Augustinus, den antiken Dichter Vergil zitierend (Ecl. 2,65):

„Mit freiem Willen … auch durch die Lust wirst du gezogen.“

Denke nicht, er ziehe dich gegen deinen Willen!
Gezogen wird das Gemüt und zwar durch die Liebe. …
Mit freiem Willen allein – das ist zu wenig – , auch durch die Lust wirst du gezogen. …
Haben etwa nur die Sinne des Leibes ihre Lust, und ist der Geist ohne Lust?

Wenn der Geist nicht seine Lust hat, warum heißt es dann: „Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, sie laben sich am Überfluss deines Hauses; du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht“ (Ps 36,8-10)? …

Die Freuden und Wonnen der Erde offenbaren sich den Liebenden, denn es ist wahr:
Einen jeden zieht seine Lust hin.
Sollte dann nicht auch der vom Vater offenbarte Christus ziehen? …

Wir brauchen uns nicht zu fürchten,
wenn uns vielleicht Menschen, welche die Worte auf die Waagschale legen,
aber vom Verstehen hochheiliger Wirklichkeiten weit entfernt sind,
wegen dieser Frohen Botschaft der Heiligen Schrift tadeln …

Gib mir einen Liebenden, und er weiß, was ich sage;
gib mir einen, der hungert,
gib mir einen, der in der Wüste wandert
und Durst hat und sich nach der Quelle der ewigen Heimat sehnt;
gib mir einen solchen –
und er wird verstehen, was ich sage.
Wenn ich aber einen Kaltherzigen frage, so versteht er nicht, was ich sage.

Augustinus, der große, als Heiliger verehrte Kirchenlehrer aus der Zeit um 400 n. Chr., sieht sich zu solchen lustvollen Erwägungen animiert, als er das Wort des Herrn betrachtet „Niemand kann zu mir kommen, wenn ihn der Vater nicht zieht!“ (vgl. Joh 6,44)

Und ich stieß auf diese schönen Gedanken am 23.6.2014 in der Geistlichen Lesung (Montag der 12. Woche / Jahr II) aus Augustinus: „Aus einem Traktat über das Johannesevangelium 26“, cap. 4.5.6.) und anschließendem Surfen im Internet.

Wohl bekomm’s!

Augustinus – Ob der wirklich so ausgesehen hat??

Hier können Sie meinen Beitrag weiter empfehlen:

Rainer Petrak