Blogbeitrag

Ich bin voll dabei?

13. Februar 2015

Zur inneren Einstellung der Kommunizierenden in der Eucharistiefeier

ursprünglich ein Papier zur Besinnung für Eltern von Kommunionkindern – von Pfarrer Rainer Petrak (1997) – hier gekürzt

In der Eucharistiefeier ist das Hochgebet das zentrale gemeinschaftliche Gebet von allen, die mitfeiern. Der Priester spricht im Namen von allen aus, was am Ende des Hochgebets alle mit ihrem „Amen“ bestätigen und bekräftigen.

Was im Hochgebet Gott gesagt wird, hängt nicht von der Lust der Gemeinde oder vom Gutdünken des Priesters ab. Seine Inhalte sind aller Willkür entzogen. Sie sind vorgegeben.
Daraus ergibt sich im Interesse der Ehrlichkeit der Einzelnen und im Interesse der Glaubwürdigkeit der Gemeinschaft:

Die volle Teilnahme an der Eucharistiefeier, also die Teilnahme auch an der Kommunion, ist sinnvoll und ist gemeint für alle diejenigen, die die Einstellung entweder haben oder jedenfalls anstreben, wie sie sich im Hochgebet ausdrückt: die Dankbarkeit gegenüber Gott für alles das, was dann genannt wird. In jeder Eucharistiefeier wird sie ja vor dem Hochgebet im Dialog zwischen Priester und allen benannt: „Lasst uns danken dem Herrn, unserm Gott!“ – „Das ist würdig und recht!“ Da diese Dankbarkeit auch das umfasst, worauf wir da noch hoffen dürfen, nennt das Hochgebet immer auch bittend Inhalte dieser Hoffnung, die unser eigenes Leben und seine Orientierung betreffen.

Einige Beispiele hierfür aus den verschiedenen Hochgebets-Texten:

Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen. Wir bitten dich: Schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist. (2. Hochgebet)

Stärke uns durch den Leib und das Blut deines Sohnes und erfülle uns mit seinem Heiligen Geist, damit wir ein Leib und ein Geist werden in Christus. (3. Hochgebet)

Wir feiern das Opfer Christi, das er uns anvertraut hat. Er hat sich für uns hingegeben und schenkt uns Anteil an seinem Leib und Blut. Wir bitten dich: … gib, dass wir im Geist deiner Liebe für immer verbunden bleiben mit ihm und untereinander. (Hochgebet für besondere Anliegen, Version I bis IV)

… Schenke uns durch die Teilnahme an dieser Feier den Geist, der uns mit Leben erfüllt. … Lass die Gläubigen die Zeichen der Zeit verstehen und sich mit ganzer Kraft für das Evangelium einsetzen. Mache uns offen für das, was die Menschen bewegt, dass wir ihre Trauer und Angst, ihre Freude und Hoffnung teilen und als treue Zeugen der Frohen Botschaft mit ihnen dir entgegengehen. (Hochgebet für besondere Anliegen, Version IV)

Fragen zur Besinnung:

  • Sind das auch meine Anliegen?
  • Wie nah oder fern liegen in meinem Leben tatsächlich meine Prioritäten bei dem, was ich durch mein „Amen“ zum Hochgebet und durch die Teilnahme an der Kommunion öffentlich bekunde?
  • Wie stehe ich dazu?
  • Wie sollte es nach meiner Meinung in der Kirche sein?
  • Und wie möchte ich es für mich?

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Rainer Petrak