Blogbeitrag

Kirche – Motor der Stadterneuerung? (1998-2004)

3. Oktober 2010

Im Mai 1998 hatte der Pfarrgemeinderat seine Klausurtagung mit der Fragestellung „Wie lässt es sich in Fechenheim leben? Und welche Folgen ergeben sich daraus für unser Handeln als Kirchengemeinde?“ Am Ende stand die einzuschlagende Richtung fest: Eine „soziale Stadtteil-Erneuerung“ steht an! Das war die Initialzündung für einen jahrelangen Prozess: Nach einer öffentlichen Ausstellung und Beratungen mit Fachleuten der sozialen Gemeinwesenarbeit folgten Gespräche mit Arbeitsamt, Sozialstation, Gewerbeverein, ausgewählten Großbetrieben und weiteren für das Sozialgefüge relevanten Einrichtungen vor Ort.

Der Austausch mit ihnen über die Einschätzung der Situation des Stadtteils und über mögliche Chancen für positive Veränderungen führte ein Jahr später zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung mit reger Beteiligung der Bevölkerung. Im Januar 2000 gründeten mehr als 50 Personen den Stadtteil-Arbeitskreis „Fechenheim erneuern“: sowohl nicht-organisierte Bürgerinnen und Bürger als auch Vertreter der Wohnungswirtschaft, der Arbeitgeber, von Vereinen und Arbeitskreisen, aus der Politik und von der Stadt, aus sozialen Einrichtungen und den Kirchengemeinden des Stadtteils.

Wir setzten uns das gemeinsame Ziel, uns für eine Verbesserung der Lebensqualität in Fechenheim einzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass die spezifischen Interessen der hiesigen Wohnbevölkerung wahrgenommen und gegebene Chancen besser genutzt werden. Finanziert wurde das Projekt zunächst von der Stadt, später von der „Aktion Mensch“. Die Rechtsträgerschaft übernahm der Caritasverband.

Zum 1.8.2000 wurde ein Quartiersmanager eingestellt und ein Ladenlokal auf der Hauptgeschäftsstraße als „Stadtteilbüro“ angemietet. Diese zentral gelegene Anlaufstelle diente der Bürgerschaft, ihr Interesse an einer Verbesserung der Lebensverhältnisse im Stadtteil einzubringen.

Viele konkrete Vorhaben kamen auf den Weg. Bis Ende 2004 hatte sich das Projekt zum Sprungbrett gemausert für weitere Initiativen, die sich eigenständig bildeten und nachhaltig eine umfassende Verbesserung des Klimas im Stadtteil stabilisierten.

(Aus dem Buch „Den Retter-Gott ranlassen. Damit Kirche wirklich Kirche ist“ Kapitel 9 „Im Stadtteil präsent – ein Segen für die Armen!“)

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Rainer Petrak